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Klapphelm Shark Evo-One vs. EvoLine 3

Warum Shark und nicht einen Klapphelm anderer Hersteller? Für mich persönlich hat der Evo den ganz klaren Vorteil der doppelten Zulassung. Zum einen als Integralhlem, zum anderen als vollwertiger Jethelm. Das gibt es in dieser Form nur noch bei einem Konkurenzprodukt – aber da spielt eben auch die Optik eine nicht unwesentliche Rolle ;-).

Shark Evo-One & EvoLine3

Seit 2016 wurde der Shark EvoLine 3 durch den Evo-One abgelöst. Betrachtet man beide Helme direkt nebeneinander fällt sofort auf – der neue Evo-One ist ein ganzes Stückchen kleiner und schlanker geworden. Auch im Gewicht hat der neue Klapphelm einiges an Gewicht verloren. EvoLine 3 wartet hier noch mit 1.800 g auf, während der neue One “nur” noch mit schlappen 1.650 g auf den Nacken drückt. Vergleicht man beide Helme im realen Fahrmodus, merkt bereits nach wenigen 100 Metern den Unterschied. Der Evoline 3 ist bei stärkerem Winddruck deutlich ruhiger und unanfälliger gegenüber seinem Vorgänger. Auch in Bezug auf die Lautstärke wird man sich ein überraschtes “Oha” nicht unterdrücken können. Auf unserer BMW R1200GS LC mit Originalscheibe habe ich selbst bei schnellen Autobahnfahrten so gut wie keine Kopfreisser mehr durch den Fahrtwind (ich bin 176cm groß). Auch meine Sozia bestätigt mir das Sie mit dem neuen Modell “deutlich” weniger Turbulenzen verspürt.

 

 

 

Geöffnet werden beide Evo’s in gewohnter weise über den mittigen roten Knopf an der Vorderseite der Kinnschale. Bei den Evoline 3 “muss” man vorher das Visier hochklappen, bzw. darauf achten das beim schliessen dieses unbedingt geöffnet ist, sonst kann das Kinnteil nicht ganz herunter gelassen werden und bleibt an der Plexischeibe hängen. Passiert das öfters, kann die obere Dichtlippe des EvoLine3 sich verdrehen. Die Folge sind im geschlossenen Zustand etwas mehr Windgeräusche, was aber unangenehmer ist: bei stärkerem Regen braucht man einen Scheibenwischer auf der Innenseite des Visieres ;-). Beim Evo-One braucht man sich über das öffnen oder schliessen des klaren Visieres keine Gedanken machen. Klappt man das Kinnteil auf oder zu öffnet sich das Visier automatisch. Das Visier saugt sich dank Autoseal System an der Dichtleiste des Helms fest, senkt so den Geräuschpegel und schützt noch besser vor Regen und Zugluft.

Die integrierte Sonnenblende fällt beim neuen Evo One etwas größer aus. Sie reicht bis fasst zum Kinnteil herunter. Beim EvoLine 3 hatte man je nach Blickwinkel gelegentlich die Unterkante des Sonnenschutzes als störend empfunden, durch den tieferen Sitz des neuen Models bleibt der Blickwinkel ab jetzt wieder ungetrübt. Der Schieber zum öffnen der Sonnenblende sitzt bei beiden Modellen mittig auf dem Helm und ist bequem auch mit Handschuhen zu bedienen.

Für Brillenträger ist übrigens bei beiden Shark Klapphelmen eine Führung für die Brillenbügel eingebaut. Die Franzosen denken eben mit.

 

 

Die Belüftung des Evo One ist hervorragend. Auf der Oberseite finden sich 2 kleine Schieber (rechts und links von der Mitte) zum öffnen und schliessen der Frischluftzufuhr. Ich persönlich muss gestehen das dies der erste Helm ist bei dem ich auch tatsächlich spüre das frischer Wind über den Kopf hinweg weht. Auch die Kinnbelüftung ist einfach zu bedienen, diese wird einfach durch umlegen der kleinen Klappe geöffnet.

 

 

Ein weiteres Highlight findet sich auf der Innenseite der Kinnlade. Dort findet man eine kleine ausklappbare Lasche. Vor allem an kalten Tagen ein sehr nützliches Utensil. Wenn diese heruntergeklappt ist bekommt man so gut wie keinen Wind mehr von unten in den Helm hinein. Auch interessant bei Autobahnfahrten mit aktivierter Freisprecheinrichtung – selbst bei Geschwindigkeiten jenseits 160 km/h kann man sich so noch problemlos unterhalten da keine Windströme dem Mikrofon von unten her schmeicheln können. Mit Sommerhandschuhen ist dieses überaus nützliche Zusatzteil einigermassen gut während der Fahrt zu öffnen. Bei winterlichen Temperaturen sollte man diese Lasche doch besser öffnen bevor man die diecken Winterhandschuhe überstreift.

 

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Wangenpolster des Evo One

Beide Helmmodelle gibt es in verschiedenen attraktiven Farbkombinationen, so ist garantiert für jeden das passende dabei. Beide Helme gleichen sich in der Größe, der EvoLine sitzt aber etwas strammer gegenüber seinem Vorgängermodell. Das sollte man in jedem Fall berücksichtigen falls man den Helm über einen Onlinehändler beziehen möchte. Aber nach einer gewissen Tragezeit schmiegt Er sich sehr bequem an den Kopf an. Die Wangenpolster sind austauschbar. Sollten die original eingebauten doch zu stramm sitzen gibt es die Variante sich etwas kleinere zu bestellen um den besten Tragekomfort zu erhalten.

Laut Shark Website ist ein anderes außer dem Hauseigenen Bluetooth Kommunikationssystem SharkTooth bei beiden Modellen nicht möglich. Wir fahren problemlos das Sena 20S an unseren Helmen. Lediglich beim Evo One sollte man, bedingt durch die Größe der Hörmuscheln des Sena-Systems, und je nach Kopfgröße, ein wenig Anpassung am Innenleben des Helmes vornehmen, sonst drücken die Lautsprecher ein wenig auf den Ohren. Beim Evoline 3 sind ab etwa bei 130 km/h in geöffnetem Zustand deutlich Windgeräusche durch das Sena 20S zu hören, beim Evo-One fangen die Geräusche erst ab 140 km/h an zu stören. Ich möchte nochmal erwähnen: in Jethelmstellung und lediglich mit herunter geklappter Sonnenblende ;-).

 

Wir haben selbst beide Helme ausgiebig über viele Tausend Kilometer und bei nahezu allen Wetterbedingungen gefahren und entsprechend unseren persönlichen Favoriten gefunden.

 

Eckdaten des Evo-One:

  • Visier: klar, mit Pinlock MAxVision Anti-Beschlag-Innenscheibe
  • Sonnenblende: integriert, getönt
  • Material: Thermoplast
  • Verschluss: Ratschenverschluss
  • Gewicht: ca. 1.650 g
  • Futter: Komfort-Innenfutter, antibakteriell, komplett herausnehmbar
  • Belüftung: Oberkopfbereich sowie Kinnbelüftung verstellbar und innenliegende Airt-Channels
  • Sonstiges: inklusive Windabweiser, integrierter Brillenkanal. Helm ist vorbereitet für SHARKTOOTH Kommunikationssystem
  • Prüfungen: ECE 22.05 (als Integral- und Jethelm geprüft)

 

Eckdaten EvoLine 3:

  • Visier: klar, mit beschlaghemmender Beschichtung
  • Sonnenblende: integriert, getönt
  • Material: Thermoplast
  • Verschluss: Ratschenverschluss
  • Gewicht: ca. 1.800 g
  • Futter: antibakterielles und antiallergisches Mikrofasergewebe, komplett herausnehmbar sowie
  • Belüftung: Kinn- und Oberkopfbereich, verstellbar
  • Sonstiges: integrierter Brillenkanal (Easy Fit System), vorbereitet für SHARKTOOTH Kommunikationssystem
  • Prüfungen: ECE 22.05 P/J (als Jet- und Integralhelm geprüft)

3 Comments

  • Stephan Westermeyr sagt:

    Ich hatte den zum Eveline 3 baugleichen Helm von Harley FXRG in XL getestet. Er war mir aber vor allem im Wangenbereich deutlich zu eng und hat auch im Genick gedrückt. Nun denke ich an den Evo One 2 in XXL, gibt es da Erfahrungen, wie der Größenunterschied ist? Würde mich sehr freuen.

  • Normen sagt:

    Ihr schreibt “Der Evoline 3 ist bei stärkerem Winddruck deutlich ruhiger und unanfälliger gegenüber seinem Vorgänger.“
    Irgendwie ist da der Wurm drin – der 3er ist älter…welcher von beiden ist denn jetzt ruhiger?
    Gruß
    Normen

  • Nili sagt:

    Servus zusammen!
    Erstmals schönen Dank für den äußerst informatiiven Beitrag betreffend des Shark-Evoline und dessen Nachfolger Evo-One.
    Ich selbst habe nun ebenfalls die 4. Saison – oder ist es gar schon die 5 ??? – diesen Helm in Verwendung und bin nach wie vor begeistert.
    Zugegeben: Er ist sowohl im offenen als auch im geschlossenen Zustand mit Sicherheit lauter als ein anderer guter Integralhelm. Auch ist er nicht gerade leicht und ja, er ist auch ziemlich groß.
    Aber all diese Nachteile wiegt die geniale Doppelfunktion als Jet – und Integralhelm auf.
    Da ich lieber in wärmeren Gefilden unterwegs bin liebe ich einfach die “offene” Fahrweise – und das so oft es geht.

    Nun bin ich ebenfalls drauf und dran, mir den Evo-One zuzulegen.
    Ich habe anfangs etwas Bedenken wegen des kratzenden Pinlockvisieres an der Helmschale gehabt. Doch sollen diese Mängel ja mittlerweile aus der Welt geschaffen worden sein. Stimmt das ?

    Außerdem würde mich noch brennend deine Erfahrung mit dem Sena 20S interessieren.
    Ich bzw. wir (Familie mit 3 Motorrädern) kommunizieren derzeit noch mit einer Baehr Capo 3 (mit integriertem Funkteil), allerdings überlege ich schon seit geraumer Zeit den Umstieg auf Blauzahn.
    Zwar bin ich mit der Baehr an und für sich sehr zufrieden, doch die Kabelverlegerei beim Bikewechsel ist einfach ein Graus. Und den Navigator V oder VI kannste auch knicken, da diese keine Kabelverbindung mehr haben …

    Vielleicht könntest du mir deine (eure) Erfahrungen bezüglich Sena 20S mitteilen. Gerne auch per Mail …
    Ich würde mich sehr freuen.

    Liebe Bikergrüße
    Nili

    P.S.:
    Seit kurzer Zeit hat Sena ja das angeblich optimierte Variante des 20S, das 20S Evo rausgebracht.
    Mal sehen, wie die Kundenrezensionen diesbezüglich ausfallen …

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